Eine Schneemobilsafari in Levi klingt zunächst nach Motorenlärm. Dann hebt der Guide auf einem zugefrorenen See nördlich des Dorfes die Hand, und die Kolonne hält. Ein Motor nach dem anderen verstummt. Plötzlich ist das lauteste Geräusch weit und breit der Schnee, der leise von einem Fichtenzweig rutscht. Wegen dieses Gegensatzes zwischen brummender Maschine und arktischer Stille gehört ein Tag mit dem Schneemobil, oft auch Motorschlitten genannt, zu den ersten Wünschen unserer Wintergäste. Der Moment der Stille bleibt länger in Erinnerung als das Tempo.
Eigene Schneemobile haben wir allerdings nicht. Auf unseren eigenen Wintertouren sind wir mit E-Fatbikes, Schneeschuhen und Langlaufskiern unterwegs, während die Schneemobilsafaris in Levi von örtlichen Safariunternehmen veranstaltet werden. Seit 2007 sind wir die lokale Arctic Experience Company im Dorf. Wir suchen deshalb für Ihre Gruppe die passende Tour aus, buchen sie und planen Ihre übrigen Wintertage darum herum. Unten finden Sie die gängigen Tourformen, die finnischen Regeln auf der Strecke und Tipps, wie Sie den ganzen Tag warm bleiben. Außerdem sehen Sie, wie die Safari zu den anderen Aktivitäten in Levi passt.
Touren ab Levi
Schneemobiltouren in Lappland gibt es in mehr Varianten, als die Prospekte vermuten lassen. Die Safarisaison in Levi beginnt mit dem ersten verlässlichen Schnee, meist im Dezember, und reicht bis in die hellen Spätwinterwochen im April. Einen Überblick über Jahreszeiten und Aktivitäten im ganzen Skigebiet bietet die Website von Levi Ski Resort. Weil Tourennamen und genaue Routen bei jedem Veranstalter anders sind, haben wir hier die Formen zusammengestellt, die wir für unsere Gäste am häufigsten buchen:
Einsteigertouren, etwa zwei Stunden. Auf markierten Routen nahe dem Skigebiet geht es in ruhigem Tempo los, mit genug Zeit, um sich an das Schneemobil zu gewöhnen.
Halbtags- und längere Wildnissafaris. Sie führen weiter hinaus, und mit jedem Kilometer wird es stiller. Meist gibt es eine Pause am Lagerfeuer mit einem heißen Getränk, manchmal auch in einer Kota, der traditionellen lappischen Hütte.
Abendtouren in die Dunkelheit. In der Nordlichtsaison geht es hinaus, weg vom Lichtschein des Dorfes. In klaren Nächten zeigen sich unterwegs manchmal Nordlichter am Himmel.
Touren für Familien. Kinder, die noch zu jung zum Selberfahren sind, sitzen meist unter Decken in einem Schlitten, den das Schneemobil des Guides zieht. Altersgrenzen und Regeln für Mitfahrer legt jeder Veranstalter selbst fest, sagen Sie uns also, wer mitkommt.
Auf den meisten Touren teilen sich zwei Gäste ein Schneemobil und tauschen auf halber Strecke die Plätze. Ein eigenes Fahrzeug lässt sich meist bei der Buchung vereinbaren. Erzählen Sie uns von Ihrer Gruppe: wie alt alle sind, ob jemandem vor dem Fahren mulmig ist und ob Sie unterwegs viel fotografieren möchten. Dann wählen wir den passenden Veranstalter und die richtige Tourlänge, so wie wir es auch bei unseren eigenen Erlebnissen tun. Wer den Wald lieber in Stille erlebt, nimmt auf denselben Winterwegen unser leises E-Fatbike, das Herzstück unserer eigenen Touren. Wie sich eine Tour mit Huskys oder Rentieren anfühlt, lesen Sie in unserem Ratgeber Husky- und Rentiersafari in Levi.
Führerschein und Regeln in Finnland
Bei einer Schneemobilsafari in Levi mitzufahren ist leicht. In Finnland gilt das Schneemobil aber rechtlich als Kraftfahrzeug, mit allen Regeln, die dazugehören. Die landesweiten Regeln, die wir hier zusammenfassen, ändern sich kaum. Am Safaritag hat trotzdem die Sicherheitseinweisung des Veranstalters das letzte Wort, weil dort die Einzelheiten zu Fahrzeug und Route erklärt werden.
Wer auf finnischen Safarirouten ein Schneemobil fahren möchte, braucht einen gültigen Führerschein. Die meisten Gäste aus dem Ausland fahren mit ihrem normalen Autoführerschein aus dem Heimatland. Nehmen Sie den Führerschein im Original mit auf die Tour. Mitfahrer brauchen keinen.
Der Helm ist Pflicht, für Fahrer und Mitfahrer gleichermaßen, und er gehört zur Safariausrüstung.
Unterwegs sind die Safaris auf markierten Schneemobilrouten und eigenen, genehmigten Wegen der Veranstalter. Abseits davon im offenen Gelände darf man in Finnland nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers fahren. Auch deshalb gibt es geführte Touren. Auf dem erlaubten Wegenetz sind die Guides zu Hause und kennen jede Kurve.
Die Höchstgeschwindigkeiten liegen niedriger, als die Maschinen vermuten lassen. Nach finnischen Regeln sind auf Landrouten höchstens 60 km/h erlaubt und auf zugefrorenen Gewässern 80 km/h. Sobald das Schneemobil einen Schlitten mit Mitfahrern zieht, liegt die Grenze bei 40 km/h. Auf einer geführten Safari fahren Sie ohnehin im Tempo des Guides, der es an die Bedingungen des Tages anpasst. Offizielle Quelle für Fahrzeug- und Verkehrsregeln in Finnland ist die finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde Traficom.
Für Alkohol gelten dieselben Promillegrenzen wie im Straßenverkehr, und die Veranstalter nehmen das sehr genau. Das Mindestalter für Fahrer, die Regeln für mitfahrende Kinder und die Selbstbeteiligung der Versicherung legt jeder Veranstalter selbst fest und erklärt sie bei der Einweisung. Fragen Sie am besten schon bei der Buchung danach.
Die Regeln im Überblick:
| Regel | Kurz gesagt |
|---|---|
| Führerschein | Zum Fahren nötig, ein gültiger Autoführerschein genügt (bitte mitnehmen). Mitfahrer brauchen keinen |
| Helm | Pflicht für alle, gehört zur Safariausrüstung |
| Wo gefahren wird | Markierte Routen und Wege der Veranstalter; im Gelände abseits davon nur mit Erlaubnis des Grundeigentümers |
| Geschwindigkeit | Landesweit höchstens 60 km/h an Land, 80 km/h auf dem Eis und 40 km/h mit Passagierschlitten; das Tempo der Kolonne bestimmt der Guide |
| Alkohol | Dieselben Grenzen wie im Straßenverkehr |
| Kinder | Fahren im Schlitten mit, bis sie die Vorgaben des Veranstalters zum Selberfahren erfüllen; die Regeln sind je nach Veranstalter verschieden |
| Versicherung | Die Safarifahrzeuge sind versichert; die Selbstbeteiligung erklärt der Veranstalter bei der Einweisung |
So läuft ein Safaritag ab
Los geht es bei den meisten Safaris an der Basis des Veranstalters nahe dem Skigebiet, und Treffpunkt oder Transfer werden mit der Buchung bestätigt. Die erste halbe Stunde gehört der Verwandlung. Über Ihre eigene Kleidung kommen Schneeanzug, Winterstiefel, Sturmhaube und Helm, die alle in der Safaribuchung enthalten sind. Bald sehen alle ein wenig aus wie Astronauten, und in dieser Ausrüstung lässt sich die Kälte gut aushalten.
Danach folgt die Einweisung, die Ihre volle Aufmerksamkeit verdient. Der Guide zeigt, wie Daumengas und Bremse reagieren, wie sich die Kolonne verständigt, welcher Abstand gilt und was an Kreuzungen und auf dem Eis zu tun ist. Die Einweisung findet in der Regel auf Englisch statt, und dumme Fragen gibt es dabei nicht.
Gefahren wird hintereinander, der Guide vorneweg, und Ihr Tempo richtet sich nach dem Fahrzeug vor Ihnen. In den ersten zehn Minuten prasselt viel Neues auf Sie ein. Spätestens am ersten See lockern sich die Schultern, und Sie fangen an, die Landschaft wirklich zu sehen. Im Dezember und Januar fahren Sie vielleicht durch den blauen Moment, die halbe Stunde, in der die Polarnacht den Schnee in die Farbe des Himmels färbt. Die Polarnacht heißt auf Finnisch kaamos: die Wochen, in denen die Sonne unter dem Horizont bleibt. Im März fahren Sie dann schon mit Sonnenbrille.
Längere Touren halten dort, wo sich eine Pause lohnt. Es gibt ein Feuer, heißen Beerensaft oder Kaffee und das besondere Vergnügen, in völliger Stille den Helm abzunehmen und die kalte Luft auf den Wangen zu spüren. Der Rückweg kommt einem dann jedes Mal kürzer vor, und danach dauert es eine Weile, bis sich die Beine in normalen Schuhen wieder zurechtfinden.
Aus der Praxis: Eine Urlauberin, die bei uns im Büro eine Safari für vier Personen buchte, gestand, dass ihr vor dem Selberfahren graute. Wir buchten Schneemobile für jeweils zwei Personen und rieten ihr, als Mitfahrerin zu beginnen und bei der Pause am Lagerfeuer zu tauschen, falls sie dann Lust bekäme, selbst zu fahren. Genau so kam es. Sie fuhr den ganzen Rückweg selbst und gab als Letzte der vier ihren Helm zurück. Die passende Tourform zählt mehr als Mut. Sagen Sie uns also ruhig, wenn Ihnen vor dem Fahren mulmig ist, dann planen wir entsprechend.
Sicherheit und Ausrüstung
Geführte Schneemobiltouren sind auf Sicherheit ausgelegt, und Ihr Beitrag dazu ist überschaubar. Halten Sie den Abstand aus der Einweisung ein, bleiben Sie besonders bei Seeüberquerungen in der Spur des Guides und geben Sie die Handzeichen so, wie Sie es gelernt haben. Die Veranstalter warten ihre Fahrzeuge die ganze Saison über und wählen die Routen passend zu den Bedingungen.
Zur Sicherheit gehört auch der Schutz vor der Kälte, und Kälte in Bewegung ist eine Sache für sich. Ein Schneemobil erzeugt seinen eigenen Fahrtwind. Ein windstiller Nachmittag mit minus 15 Grad fühlt sich während der Fahrt deutlich kälter an. Deshalb sind die Schneeanzüge großzügig geschnitten, und deshalb kommt es darauf an, was Sie darunter tragen. Ziehen Sie eine Basisschicht aus Merinowolle oder Kunstfaser an, darüber eine Zwischenschicht aus Wolle oder Fleece, dazu Wollsocken und unter dem Helm eine dünne Sturmhaube. Baumwolle bleibt besser im Apartment. Im tiefsten Winter liegen die Temperaturen in Levi meist zwischen minus 10 und minus 25 Grad.
Noch zwei praktische Tipps. Dünne Fingerhandschuhe unter den Safari-Fäustlingen machen Fotostopps angenehmer, und weil Handyakkus in der Kälte schnell leer werden, gehört das Telefon in eine Innentasche nah am Körper. Wenn das Wetter eine Tour verschiebt, was in der Arktis vorkommt, entscheidet der Veranstalter nach Sicherheitsgesichtspunkten, und wir planen den Tag gemeinsam mit Ihnen neu. Genau dafür haben Sie einen Gastgeber hier im Dorf.
Ihren Schneemobiltag buchen Sie bei uns im Dorf
Ein Winter in Levi kann ganz einfach sein. Sie landen am Flughafen Kittilä, etwa 15 Minuten entfernt, und wir helfen beim Transfer. Sie wohnen in unseren eigenen Apartments und Ferienhäusern im Dorf Sirkka. Ein Gespräch genügt, um die ganze Woche zu planen: Wir buchen die Schneemobilsafari beim passenden Veranstalter im Ort, ergänzen sie mit unseren eigenen geführten Erlebnissen und beraten Sie bei allem, was dazwischen anfällt. Seit 2007 begleiten wir unsere Gäste so durch den Winter in Levi.
Schreiben Sie an sales@polarstartravel.fi oder rufen Sie uns unter +358 10 325 4040 an. Nennen Sie uns Ihre Reisedaten und sagen Sie uns, wer mitkommt, dann planen wir den Wintertag rund um Ihre Wünsche. Wir sehen uns im Dorf.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Schneemobilsafari in Levi einen Führerschein?
Ja, wenn Sie selbst fahren möchten. Nach finnischem Recht braucht man auch auf Safarirouten einen gültigen Führerschein, um ein Schneemobil zu fahren, und die meisten Gäste nutzen dafür ihren normalen Autoführerschein aus dem Heimatland. Bringen Sie ihn im Original mit auf die Tour. Mitfahrer brauchen keinen.
Können Kinder an einer Schneemobilsafari teilnehmen?
Meist ja, als Mitfahrer. Jüngere Kinder sitzen in der Regel in einem Schlitten, den das Schneemobil des Guides zieht. Ab wann jemand selbst fahren darf, hängt vom Veranstalter und von den Führerscheinregeln ab. Weil sich die Regeln je nach Veranstalter wirklich unterscheiden, nennen Sie uns bei der Buchung das Alter der Kinder, dann empfehlen wir Ihnen die passende Tour.
Ich habe keine Erfahrung mit dem Schneemobil. Kann ich trotzdem mitfahren?
Natürlich. Die Einsteigertouren sind genau für Sie gedacht. Die Bedienung ist einfach, denn Gas geben Sie mit dem Daumen und gebremst wird mit dem Handhebel. In der Einweisung wird alles erklärt, der Guide fährt ein ruhiges Tempo, und die meisten Gäste teilen sich ein Fahrzeug und tauschen auf halber Strecke. Wer Fahrrad fahren kann und auf Anweisungen hört, kommt gut zurecht.
Was ziehe ich für eine Schneemobiltour in Lappland an?
Den äußeren Schutz stellt der Veranstalter, also Schneeanzug, Winterstiefel, Helm und Sturmhaube. Darunter kleiden Sie sich wie an jedem Wintertag in Levi, mit einer Basisschicht aus Merinowolle, einer Zwischenschicht aus Wolle oder Fleece und Wollsocken. Baumwolle lassen Sie besser weg. Beim Fahren kommt der Fahrtwind dazu, ziehen Sie deshalb lieber eine Schicht mehr an, als Sie für nötig halten.
Kann man auf einer abendlichen Schneemobilsafari Nordlichter sehen?
Manchmal. In der Nordlichtsaison, etwa von Ende August bis Mitte April, führen die Abendtouren unter einen dunklen Himmel, und in einer klaren Nacht hat man eine reelle Chance. Versprechen kann die Polarlichter allerdings niemand, denn sie sind ein Naturphänomen, und die Natur entscheidet. Wie sich die Aussichten von Monat zu Monat verändern, erklärt unser Ratgeber Nordlichter in Levi.
Sind Schneemobilsafaris eigene Touren von Polar Star Travel?
Nein. Zu unseren eigenen Touren gehören E-Fatbike-, Kanu- und Schneeschuhtouren, insgesamt sind es rund 30 geführte Erlebnisse. Die Schneemobilsafaris veranstalten örtliche Safariunternehmen in Levi. Als Ihre lokale Arctic Experience Company wählen wir den passenden Partner für Ihre Gruppe, buchen die Tour und fügen sie in Ihren übrigen Aufenthalt ein. So haben Sie für die ganze Woche nur einen Ansprechpartner.
Wann ist in Levi Schneemobilsaison?
Je nach Schneelage etwa von Dezember bis Mitte April. Im Dezember und Januar liegt das tiefblaue Licht der Polarnacht über dem Schnee. Im Februar und März kommt bei voller Schneedecke das Tageslicht zurück, und im April fährt man in der Frühlingssonne. Jede dieser Zeiten hat ihre eigene Stimmung.
Wie schnell fährt man auf einer Schneemobilsafari?
Mit Absicht langsamer, als die Maschinen könnten. Nach finnischen Regeln sind auf Landrouten höchstens 60 km/h erlaubt, auf dem Eis 80 km/h und mit Passagierschlitten 40 km/h. Das Tempo der Kolonne bestimmt der Guide nach den Bedingungen des Tages. Schnell fühlt es sich trotzdem an, weil Sie tief sitzen und der Schnee ganz nah ist.
Verfasst von Heidi Jokela, CEO, Polar Star Travel, Nordlichtsucherin und seit den 2000er-Jahren in Levi zu Hause.
Über Polar Star Travel
Polar Star Travel ist ein lokales Familienunternehmen in Levi im finnischen Lappland. Lappland ist unser Zuhause, wir kennen seine Geschichten und besonderen Orte und teilen sie gern mit unseren Gästen, herzlich und persönlich. Polar Star: Find Your True North.
Unser Heimatdorf Sirkka liegt etwa 15 Minuten vom Flughafen Kittilä entfernt. Seit 2007 beherbergen wir hier Gäste, heute in unseren eigenen Apartments und Ferienhäusern, jedes mit eigener Sauna. Das ganze Jahr über führen wir rund 30 eigene Erlebnisse durch, von Nordlicht-Kanutouren und Schneeschuhwanderungen bis zu E-Fatbike-, Gravel- und Mountainbike-Touren. Ausgezeichnet ist unsere Arbeit mit Green Key (Polar Star und Origo Apartments), Green Activities und Travelife for Tour Operators.
Quellen:
Traficom: Finnische Verkehrs- und Kommunikationsbehörde, offizielle Fahrzeug- und Verkehrsregeln in Finnland
Levi Ski Resort, offizielle Informationen zum Skigebiet und zu den Jahreszeiten
Finavia: Flughafen Kittilä, offizielle Informationen zum Flughafen
Buchen Sie Ihren Wintertag bei uns. Wir antworten selbst, direkt aus dem Dorf.
Torikuja 10 A, 99130 Levi · +358 10 325 4040 · sales@polarstartravel.fi
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